Krisenmanagement Teil 1

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Wie eine Krise funktioniert

Kaum ein Wort prägt unsere Berichterstattung zurzeit mehr als das Wort Krise. Von besonderer Prominenz sind die Finanzkrise und ihre Ableitungen Wirtschaftskrise und Existenzkrise. Viele Betroffene erleben sich als ohnmächtige Opfer und da die „Schuld“ für die Misere bei anderen liegt, bleibt nur schimpfen und klagen. Doch machtlose Schulter-Weiner und Jammerzirkel auf dem Büroflur helfen uns nicht weiter. Noch schlimmer sind die heimlichen Profiteure. Sie kokettieren mit der Krise, um monetären Nutzen daraus zu ziehen. Krise macht Angst und Angst ist, wie wir wissen, ein probates Manipulationsinstrument. Doch Krisenheuchler und heimliche Profiteure bringen uns erst recht nicht weiter.

Natürlich tun wir alles dafür, die Krise einzudämmen, zu kontrollieren, zu ersticken. Und genau darin liegt die Crux: Solange wir nicht lernen, die Botschaft der Krise zu verstehen, werden wir mehr derselben hervorrufen.

Krisen sind Sprungbretter!

Schauen wir uns also das Wesen der Krise genauer an. Eine Krise definiert sich laut Duden als „Schwierige Situation oder Zeit, die den Höhe- und Wendepunkt einer gefährlichen Entwicklung darstellt“. Dass es sich um einen Wendepunkt handelt, wird freilich erst aus der Retrospektive erkennbar. Wird dieser Wendepunkt verfehlt, führt dies zu einer Katastrophe. Der Begriff „Katastrophe“ bezeichnet den folgenschweren Niedergang eines Systems oder einer Kultur. Und hier begegnet uns das erste Missverständnis: Wir empfinden Krisen als Katastrophen.

Doch weiter in unserer Betrachtung. Eine Krise bezeichnet die Zuspitzung einer Situation, die durch fünf Begleiterscheinungen charakterisiert wird:

• ein subjektiv wahrgenommenes Bedrohungsempfinden 

• dringende Handlungserfordernisse 

• Unsicherheit und Desorientierung

• zunehmender Zeitdruck

• der Ausgang hat prägende Auswirkung auf die Zukunft

Angesichts dieser Kriterien liegt es auf der Hand, dass die Krise vom Betroffenen als ausgesprochen unangenehm empfunden werden muss. Jedenfalls für deren Dauer. Später, in rückwirkender Betrachtung, schwindet die emotionale Belastung und macht einer „objektiveren“ Sichtweise Platz. Bestimmt kennen Sie diesen Effekt aus eigener Lebenserfahrung, wo sich überstandene Krisen, im später erkennbaren Gesamtkontext, als wertvolle Lernimpulse oder gar als segensreiche Entwicklungen darstellen. Und damit erreichen wir des Pudels Kern: Nicht die Geschehnisse an sich sind bedrohlich, sondern unsere Interpretation derselben. Gelingt es uns, die Krise als das zu begreifen, was sie ist – nämlich als Impulsgeber mit wertvollen Hinweisen für anstehende Kurskorrekturen – verliert sie ihre hässliche Fratze und wird zum persönlichen Coach.

Wie können wir die Wirtschaftskrise konkret für uns nutzen? Lesen Sie im zweiten Teil wie Sie Ihr Unternehmensschiff in vier Schritten seetüchtig machen, um es sicher durch den Krisenstrudel zu steuern.